Bodenarbeit mit dem Pferd

 

Eine gute Basis vom Boden aus ist das A und O in der Ausbildung zum Reitpferd. Doch auch ein reitbares Pferd, sei es im Freizeitbereich oder im Turniersport, sollte regelmäßig vom Boden aus gearbeitet werden. Nur ein abwechslungsreiches Pferdetraining kann den Pferdekörper in vollem Umfang belasten und trainieren.

 

 Angenommen, ein Pferd würde immer nur geritten, zudem in den meisten Fällen immer von derselben Person. Fast jeder hat mit einem mehr oder weniger großen körperlichen Problem zu kämpfen, denn die wenigsten trainieren ihren Körper und bewegen sich ausreichend abwechslungsreich. Somit sind auch wir Menschen meist irgendwie „schief“. Diese Schiefe überträgt sich beim Reiten auf das Pferd. Bodenarbeit ist hier das perfekte Training, um Körper und Geist des Pferdes fit zu halten, denn es gibt jede Menge verschiedene Varianten, die das Training nie langweilig werden lassen: Stangenarbeit, Gassen, Geländetrails, Freiarbeit, Longenarbeit, Zirzensik, klassische Handarbeit, Gymnastizierung und Vieles mehr bieten ein umfangreiches Repertoire, um sein Pferd rundum gesunderhaltend zu trainieren – unabhängig von der „Schiefe“ des eigenen Beritts.

 

Der nächste wichtige Punkt ist, dass man seinem Pferd gegenübersteht. Gerade in der Freiarbeit ist die Kontrolle des eigenen Körpers und der Signale, die man aussendet, viel wichtiger als die Kontrolle über das Pferd. Pferde können hervorragend nonverbal kommunizieren, schließlich haben sie keine andere Möglichkeit. Oft senden wir unbewusst Signale an das Pferd, bestrafen manchmal ungewollt das vermeintliche Fehlverhalten, welches wir aber durch unsere Körpersprache selbst provoziert haben …: Wir stumpfen das Pferd also ab, verhindern eine zielführende Verständigung.

 

Nicht selten bekomme ich dann zu hören: Mit meinem Pferd ist Freiarbeit nicht möglich! Doch, ist es! Man muss nur die Kommunikationsebene und Sensibilität wieder herstellen. Dazu ist Bodenarbeit prädestiniert. Bodenarbeit ist also viel mehr, als nur das Pferd vor dem Reiten im Kreis zu scheuen, damit es unterm Sattel nicht buckelt oder rennt. Es ist Arbeit, an Mensch und Pferd! Und kein bisschen einfacher als das Reiten selbst.

 

 

 

Diana Art - NoLeaf Expert